Die Sphinx

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Andächtig, elegant und beeindruckend liegt sie im Wüstensand und schützt seit mehreren tausend Jahren den Zugang zu den Pyramiden von Gizeh: die Sphinx, die nach arabischer Übersetzung eigentlich "Vater des Schreckens" oder zumindest "der" Sphinx heißen müsste. Zusammen mit den Pyramiden bildet die Statue die Hauptattraktion Gizehs, eines historischen Vorortes von Kairo, der nur etwa 15 Kilometer vom Zentrum der Hauptstadt entfernt liegt.

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Über die Jahrtausende hinweg hat die Sphinx stärker gelitten als die ihr benachbarten Grabstätten: nicht nur fehlt dem Menschenkopf auf dem überdimensionalen, liegenden Löwenkörper der Bart, sondern auch die Nase. Wer für den Verlust letzterer verantwortlich zu machen ist, ist bis heute umstritten, doch im Volksglauben war es Napoleon, der die Sphinx so nachhaltig beschädigte.

File 464Die Nase der Sphinx ist jedoch nicht der einzige Stoff für Spekulationen: vielfache Mythen und Legenden ranken sich auch um den Bau und die Funktion der kolossalen Statue. Zwar kann ihr Alter zuverlässig auf circa 4000-4500 Jahre geschätzt werden und ist auch ihre Wärterfunktion für die Pyramiden unbestritten, doch bestehen verschiedenste Theorien, in der sie von Geheimgängen durchzogen sein, selbst als Grabesstätte fungiert haben oder gar eine mythische oder außerirdische Vorvergangenheit besitzen soll.
Um einiges realistischer als diese phantastischen Deutungsversuche ist die Traumstele des Pharaos Thutmosis IV., die sich zwischen den Pfoten der Sphinx befindet. Der Legende nach wurde sie errichtet, nachdem der junge Thutmosis in einem Traum den Befehl erhielt, die Sphinx von den Massen an Sand auf ihrem Körper zu befreien. Nachdem er dieser Aufforderung nachgekommen war, wartete tatsächlich das Königsamt auf ihn. Ein sprichwörtliches Körnchen Wahrheit ist in dieser Sage allerdings wirklich enthalten: aufgrund ihrer Lage in einer Senke muss die Sphinx in regelmäßigen Abständen vom Sand gesäubert werden, wie es zuletzt 1998 geschehen ist.

Besichtigt werden kann die Sphinx heute mit einem Zugangsticket zu den Pyramiden von Gizeh. Die Möglichkeit, die Statue einmal zu umrunden, garantiert einmalige Urlaubsschnappschüsse und die Gelegenheit, die ganze Schönheit des Bauwerks im Detail zu erkunden – ganz gleich, ob mit oder ohne Nase.