Party in Ägypten

Party in einem muslimischen Land? Auch das ist möglich – solange man sich an ein paar wenige Regeln hält. Grundsätzlich gilt: je weiter entfernt von den touristischen Hochburgen der Küstenstreifen man sich befindet, desto stärker ist das traditionelle Wertesystem gültig, das auch von Urlaubern beachtet werden sollte. So ist Alkohol im Islam beispielsweise verboten - was nicht bedeuten soll, dass er nirgends im Land erhältlich ist. Käuflich erworben werden kann er allerdings nur in speziellen, lizensierten Geschäften sowie in Bars, Clubs und Restaurants der gehobeneren Klasse, und sein Konsum auf offener Straße ist strikt verboten. Weitaus verbreiteter und als quasi legitimer Ersatz für die westliche Alkoholkultur angesehen sind hingegen die Shishabars, in denen Alt und Jung gleichermaßen gerne für gemütliche Treffen mit ihren Freunden und Bekannten zusammenkommen. Alternativen, die auch den touristischen Geschmack treffen, gibt es aber natürlich immer – und in den Küstenorten des Roten Meeres muss man nicht einmal nach ihnen suchen.

Hurghada und Sharm El Sheikh sind die unübertroffenen Touristenhochburgen Ägyptens - und dementsprechend auch die westlichsten, was ihre Feierkultur betrifft. Während Hurghada inzwischen schon als der Ballermann Ägyptens bezeichnet wird, herrscht in Sharm El Sheikh noch eine etwas gediegenere Partyszene vor. Unterschiede zur europäischen Heimat wird man aber, solange man sich innerhalb der Hotel- oder Resortgrenzen aufhält, kaum noch bemerken. Zu den beliebtesten Clubs in Hurghada zählen das an seinen legendären Londoner Vorgänger angelehnte Ministry of Sound, der Havana Club und - für alle, die es erstmal etwas ruhiger angehen lassen möchten - das Hard Rock Café. Die beste Anlaufstelle für durchfeierte Nächte in Sharm El Sheikh ist der gigantische Open-Air Club Pasha, aber auch der The Half Crown Pub, die alternative Monty’s Bar oder das Little Buddha - Restaurant bei Tag und Disco bei Nacht - versprechen gute Stimmung und eine stets tanzwütige Menge.

Wer stattdessen lieber das Nachtleben in der Hauptstadt Ägyptens erkunden möchte, der sollte keinesfalls einen Besuch im legendären Cairo Jazz Club verpassen: die Bar besticht nicht nur mit verraucht-jazziger Atmosphäre, sondern ist längst auch zur Lieblingsplattform für die jungen, aufstrebenden Bands des Landes geworden. Kenner der Szene finden hier besonders an den Wochenenden sicherlich etwas nach ihrem Geschmack – Live-Bands mit politisch kritischen Liedtexten sind seit der Revolution besonders im Kommen. Ein ähnlich guter Ort für Liebhaber von Live-Musik ist auch das El Sawy Culturewheel, während im After Eight und im Morocco Club Nacht für Nacht renommierte DJs für volle Tanzflächen sorgen.
Alternativ kann man es auch in privaterer Runde etwas ruhiger zugehen lassen, indem man entweder eine der vielen, gemütlichen Bars der Stadt besucht – empfehlenswert sind unter anderem der Pub 28, das Sequoia und das L‘Aubergine – oder aber sich eine Felukkah auf dem Nil mietet. Diese länglichen Boote finden sich im Zentrum Kairos am Nilufer, erlauben das Mitbringen von alkoholischen Getränken und sind mit Musikanlage und neonfarbener Deko ausgestattet, damit auch das Partyfeeling nicht zu kurz kommt. Vor allem in den Sommermonaten sind die Felukkahs sowohl bei jungen Ägyptern als auch bei größeren Familienfeiern ausgesprochen beliebt und versprechen immer eine gute Stimmung – vor dem beeindruckenden Hintergrund der Kairoer Skyline.